Mr. Darcy Takes a Wife: Pride and Prejudice Continues (Pride & Prejudice Continues)


 
Peinliches Machwerk
• • • •   (bewertet mit 1 von 5 Punkten)

Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Mr. Darcy Takes a Wife: Pride and Prejudice Continues (Pride & Prejudice Continues) (Taschenbuch) Es handelt sich hier hauptsächlich um die Fortsetzung der Liebesgeschichte zwischen Fitzwilliam Darcy und Elizabeth Bennet Darcy aus Stolz und Vorurteil und ich muß sagen, ich habe meine beiden literarischen Lieblingshelden nicht wiedererkannt. Dass dieses Buch etwas freizügig sein sollte, war mir vorher bewußt. Aber so? Von Beginn an vergeht fast keine Stunde, an dem die beiden nicht im Liebesrausch übereinander herfallen müssen. Kein Bett, kein Schrank (!), kein Tisch und keine Badewanne ist vor ihnen sicher, keine detaillierte Beschreibung (u.a. von Körpersäften) ist der Autorin zu peinlich.

Nein, so genau wollte ich es gar nicht wissen. Ich liebe Fortsetzungen zu P&P und habe ganz und gar nichts dagegen, wenn jemand versucht, in die Beziehung der Darcys etwas mehr Leidenschaft zu bringen, das darf gerne auch erotisch sein, keine Frage. Aber was Frau Berdoll da abliefert, ist stellenweise einfach nur widerlich und ordinär. Ich mag mir zum Beispiel NICHT vorstellen, daß Darcy vor seiner Ehe käufliche Damen aufgesucht hat und daß Elizabeth sogar an Einzelheiten und den Damen selbst interessiert ist. Das ist weder meine Vorstellung von Darcy, noch von Elizabeth.

Mrs. Berdoll gelingt es auch sonst ganz hervorragend, alle meine liebgewonnenen Pride and Prejudice Charaktere der Reihe nach zu zerstören. So ziemlich jede männliche Figur dieses Buches - Mr. Collins vielleicht ausgenommen - ist entweder ein notorischer Fremdgeher oder hat mindestens ein uneheliches Kind (oder wird dieser Vergehen zumindest verdächtigt) - oder besser noch beides zusammen. Selbst der arme Mr. Bingley bleibt nicht verschont. Die Frauen erdulden dies natürlich alles großmütig und vergeben ihren Ehemännern sämtliche Sünden.

Die Geschichte nimmt überhaupt seltsame und abenteuerliche Verläufe: Wickham ist sowieso das personifizierte Böse, dessen liebstes Hobby es ist, Jungfrauen nachzustellen, Colonel Fitzwilliam verliebt sich in Elizabeth und zieht aus Frust darüber in den Krieg, Mr. Collins erschießt aus Versehen fast Mr. Darcy, der davon vorübergehend sein Gehör verliert, Elizabeth wird entführt und ihr Retter wird zum kaltblütigen Mörder, Lady Catherine will Elizabeth zwingen, Pemberley zu verlassen da sie offenbar unfruchtbar ist und ihr Neffe sowieso schon einen - außerehelichen - Sohn hat, Georgiana haut einfach ohne eine Nachricht zu hinterlassen ab auf den Kontinent und begibt sich in die Wirren des Krieges, einer Liebe folgend, von der man vorher nicht das geringste geahnt hatte, Darcy folgt ihr umgehend und findet sie natürlich auch problemlos usw. usw.

Dazu kommt, daß das Buch, wie ich finde, sehr schwierig zu lesen ist. Es liest sich zu keiner Zeit flüssig, die Sprache ist hölzern, gestelzt und hochtrabend. Wer eine wirklich anspruchsvolle und liebevoll gemachte Fortsetzung von Pride and Prejudice lesen möchte, sollte doch lieber zu Pamela Aidans Büchern greifen - dieses Machwerk hier ist einfach nur peinlich und indiskutabel.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 4. April 2005
Kundenrezensionen:
3. Peinliches Machwerk (die aktuell angezeigte Rezension)
2. Einfach nur albern!
1. A good story but let down in too many places
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